Was ist eigentlich Sport?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Das Sportwissenschaftliche Lexikon definiert den Begriff wie folgt:

„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vornehmen. Was im allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffverständnis von Sport."*

Die Entstehung des Sports:

Schon seit Tausenden von Jahren übt Sport eine Faszination auf aktive Sportler und deren Zuschauer aus. In den letzten hundert Jahren hat sich der Sport als fester Bestandteil des gesellschaftlichen Interesses etabliert. Das Thema ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Erste Nachweise für Sport in der Geschichte finden sich im 1600 - 1200 v. Chr. Allerdings war er den höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten. Sportliche Wettkämpfe wurden nur bei besonderen Veranstaltungen ausgetragen. Dadurch entwickelte sich Olympia als Kultstätte.

Um 1300 - 1800 n. Chr. erleben die Menschen einen gesellschaftlichen Wandel durch den wirtschaftlichen Aufschwung. So entstehen verschiedene Sportarten wie reiten und tanzen. Sport wird in Gymnasien und Universitäten integriert und als Freizeitaktivität gefördert.

Um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts entstehen erstmals Meisterschaften, Regelwerke etc. Dieser Aufschwung wird daher auch als „Versportlichung" oder „Versportung" bezeichnet. Diese Sportwelle erreichte Deutschland in den 80er und 90er Jahren.

Seit 1896 finden alle vier Jahre Olympiaden statt - die erste in Athen (Griechenland).

In Deutschland wird der Sport nach 1915 zur Massenbewegung. Der Sport, besonders die Turnvereine, haben Teil an der Politik.

Mit der Teilung Deutschlands wird der Sport in der BRD und der DDR neu organisiert. Während des Wirtschaftsaufschwungs in der BRD schaffen der leistungsorientierte (vor allem in den 1950er Jahren) und der konkurrenzdenkende Sport den Aufstieg.

Das „Deutsche Turn- und Sportfest" begeistert die Menschen und der Sport wird zur Massenbewegung. Auch in der DDR entsteht der moderne Hochleistungssport. In der damaligen DDR war der Sport auch ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaftspolitik. Gerade der Hochleistungsport wurde intensiv unterstützt und hatte einen hohen qualitativen Standard. Daher tauchte damals die DDR im Ländervergleich bei Olympischen Spielen neben der damaligen Sowjetunion und den USA oft in der TOP 3 auf. Nach dem Mauerfall haben viele Sportler nicht mehr die Notwendigkeit gesehen, Leistungssport zu betreiben, denn der Sport war für viele auch mehr ein Beruf. Sportverbände der BRD konnten dennoch von dem Mauerfall in sportlicher Hinsicht profitieren. Heute ist Deutschland im Ländervergleich oft weit vorne vertreten. Bei einigen Sportarten wie zum Beispiel in der Leichtathletik konnten die Erfolge der damaligen DDR leider nicht gehalten werden.

*(Röthig/Prohl Hrsg.: Sportwissenschaftliches Lexikon, 6. Aufl., Schorndorf 2003)

 
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